Neuer Abschnitt "Automatisierter Handel" im Dashboard mit Zustandsanzeige und Start/Pause-Knopf, dazu GET und POST /control/trading. Funktioniert in beiden Modi, simuliert wie echt. Pausiert unterbindet ausschließlich neue Einstiege - Marktdaten, Signalauswertung, Labeling und Training laufen weiter, damit der Datenstrom ins Modell nie abreißt. Auf identischen Daten: aktiv 99 Beobachtungen bei 9 Trades, pausiert 90 Beobachtungen bei 0 Trades - der Unterschied sind genau die Trade-Labels, die ohne Handel nicht entstehen. - Offene Positionen bleiben unter Stop- und Ziel-Überwachung. Ein pausierter Bot lässt niemanden ungeschützt im Markt stehen. - Neu: trading.autostart (Standard true, bisheriges Verhalten) und trading.require_confirmation_for_live. Nebenbei behoben - Bei aktiver Notbremse (Tagesverlust, Drawdown) wurden bisher gar keine Signale mehr ausgewertet. Der Bot hörte damit ausgerechnet in der interessantesten Phase auf zu lernen. Jetzt läuft die Auswertung durch, nur der Kauf unterbleibt. - describe_config meldete "Steuerung möglich", während sie eine Zeile später abgeschaltet wurde. Übersicht und Schutzlogik teilen sich jetzt dieselbe Prüffunktion (control_effective / control_is_unsafe). Absicherung für Echtgeld - Starten im Live-Modus verlangt die Bestätigung START_LIVE_TRADING im Body (HTTP 428 ohne sie); das Dashboard fragt sie per Dialog ab. Pausieren geht immer ohne Bestätigung - anhalten muss schnell gehen. - Live-Modus mit offenem Port und ohne control_token wird nicht bedient: Die Steuerung wird beim Start abgeschaltet, der Bot läuft normal weiter. Sonst könnte jeder im Netz echten Handel starten. Bewusst nicht enthalten: ein Umschalter zwischen Paper und Live zur Laufzeit. Der bräuchte einen neuen Broker, andere Zugangsdaten und eine neue Kapitalbasis - und würde bedeuten, dass ein Web-Klick aus einer Simulation echten Handel macht. 174 Tests (21 neue), ruff sauber. Im gebauten Container geprüft: 401 ohne Token, 200 mit, idempotentes Pausieren, 400 bei kaputtem Payload, und im Live-Start mit ungültigen Dummy-Schlüsseln greift die Abschaltung der Steuerung.
21 KiB
TradeMind
Ein per Podman deploybarer Krypto-Trading-Bot mit drei Betriebsarten:
| Modus | Kurse | Orders | Lernen | Zweck |
|---|---|---|---|---|
paper |
live | simuliert | ja | Dauerbetrieb ohne Risiko — Standard |
backtest |
historisch | simuliert | ja | Strategie und Parameter bewerten |
live |
live | echt | optional | Echtgeldhandel |
Die Börsenanbindung läuft über ccxt — Binance, Kraken, Coinbase,
Bybit, OKX, KuCoin, Bitget, Gate.io, MEXC und rund 100 weitere sind allein über den
Konfigurationsschlüssel exchange.id erreichbar (trademind exchanges listet alle auf).
Hinweis zum Risiko. Der Bot ist ein Werkzeug, keine Ertragsgarantie und keine Anlageberatung. Die mitgelieferte Strategie ist eine funktionsfähige Grundlage, kein erprobtes Handelssystem — im Backtest unten liegt sie deutlich hinter Buy & Hold. Vor jedem Live-Einsatz gehören eigene Backtests, ein langer Paper-Lauf und eine bewusste Entscheidung über den Kapitaleinsatz. Der Live-Modus ist doppelt abgesichert und muss ausdrücklich freigeschaltet werden.
Schnellstart
git clone <repo> && cd Trademind_Claude
cp config/config.example.yaml config/config.yaml
cp config/trademind.env.example config/trademind.env
podman build --format docker -t trademind:latest -f Containerfile .
podman-compose up -d
--format docker sorgt dafür, dass der eingebaute HEALTHCHECK ins Image übernommen wird —
das OCI-Format kennt die Anweisung nicht. Compose und Quadlet bringen ihren eigenen
Healthcheck mit, dort spielt das Format keine Rolle.
Dashboard: http://<host>:8080/ · Logs: podman-compose logs -f
Ohne Zugangsdaten läuft der Bot im Paper-Modus auf echten Live-Kursen und beginnt sofort zu lernen. Für den Start werden nur öffentliche Marktdaten gelesen — kein API-Schlüssel nötig.
Ohne Container
python -m venv .venv && . .venv/bin/activate # Windows: .venv\Scripts\activate
pip install -e ".[dev]"
trademind backtest --config config/config.yaml --bars 6000 --fresh-model
trademind run --config config/config.yaml
Deployment mit Podman
Variante 1 — podman-compose
podman-compose up -d # starten
podman-compose logs -f # verfolgen
podman-compose down # stoppen
Port 8080 wird auf allen Interfaces veröffentlicht — das Dashboard ist damit standardmäßig von anderen Rechnern erreichbar.
Sicherheit. Die lesenden Endpunkte sind nicht authentifiziert — wer den Port erreicht, sieht Kontostand, offene Positionen und die gesamte Trade-Historie. Dazu kommen die Steuerbefehle unter
/control/…(Training anstoßen, Lernen umschalten), die sich mitserver.control_tokenschützen lassen und das auch sollten. Gehandelt oder konfiguriert werden kann über HTTP in keinem Fall. In offenen Netzen deshalb einen Reverse Proxy mit Authentifizierung davorsetzen, den Zugriff per Firewall auf bekannte Quell-IPs begrenzen oder auf rein lokalen Zugriff zurückstellen:
Datei lokal statt offen podman-compose.yml- "127.0.0.1:8080:8080"deploy/trademind.containerPublishPort=127.0.0.1:8080:8080Ganz abschalten lässt sich der Server über
server.enabled: falsein der Konfiguration odertrademind run --no-server; der Container-Healthcheck braucht ihn allerdings.
Windows und macOS. Dort läuft Podman in einer VM (
podman machine), die veröffentlichte Ports nicht in jeder Konstellation an den Host weiterreicht. Ist das Dashboard nicht erreichbar, mitpodman machine ssh curl -s localhost:8080/healthgegenprüfen — antwortet das, liegt es an der VM-Weiterleitung, nicht am Bot. Auf Linux — dem Ziel für den Dauerbetrieb — greift die Veröffentlichung unmittelbar.
Variante 2 — einzelner Container
podman volume create trademind-data
podman run -d --name trademind \
--restart=unless-stopped \
--env-file config/trademind.env \
-v ./config:/config:ro,Z \
-v trademind-data:/data:Z \
-p 8080:8080 \
--security-opt no-new-privileges \
trademind:latest
Variante 3 — systemd über Quadlet (empfohlen für Dauerbetrieb)
mkdir -p ~/.config/containers/systemd ~/.config/trademind
cp deploy/trademind.container deploy/trademind-data.volume ~/.config/containers/systemd/
cp config/config.yaml config/trademind.env ~/.config/trademind/
loginctl enable-linger $USER
systemctl --user daemon-reload
systemctl --user start trademind
journalctl --user -u trademind -f
Der Container läuft als UID 10001 ohne zusätzliche Rechte. podman stop sendet SIGTERM; die
Engine beendet den laufenden Durchlauf, sichert Modell und Zustand und fährt sauber herunter.
Persistenz
Alles Wichtige liegt im Volume /data:
| Pfad | Inhalt |
|---|---|
/data/trademind.sqlite3 |
Trades, Equity-Kurve, Laufzeitzustand |
/data/models/adaptive.npz |
Modellgewichte, Normalisierung, Erfahrungsspeicher |
Ohne dieses Volume geht bei jedem Neustart der gesamte Lernfortschritt verloren.
Konfiguration
Alles läuft über config/config.yaml. Geheimnisse kommen über Umgebungsvariablen dazu:
exchange:
id: ${TRADEMIND_EXCHANGE:-binance}
api_key: ${TRADEMIND_API_KEY}
api_secret: ${TRADEMIND_API_SECRET}
password: ${TRADEMIND_API_PASSWORD} # OKX, KuCoin, Coinbase Advanced, Bitget
sandbox: true # Testnet der Börse
Drei Ebenen, in dieser Reihenfolge:
- Werte in der YAML-Datei
${VAR}/${VAR:-fallback}— aus der Umgebung eingesetztTRADEMIND__ABSCHNITT__SCHLUESSEL— überschreibt einzelne Werte punktuell, z. B.TRADEMIND__RISK__MAX_OPEN_POSITIONS=5
Die vollständig kommentierte Vorlage steht in config/config.example.yaml.
Börse wechseln
trademind exchanges --search kraken
Dann exchange.id setzen. Handelspaare in ccxt-Schreibweise (BTC/USDT, ETH/EUR);
alle Symbole müssen dieselbe Quote-Währung haben, sonst bricht der Start mit einer
verständlichen Meldung ab.
Live-Modus freischalten
Zwei Bedingungen müssen erfüllt sein, sonst startet der Bot nicht:
mode: live
live_confirmation: I_UNDERSTAND_THE_RISK
exchange:
api_key: ...
api_secret: ...
API-Schlüssel bitte ausschließlich mit Handelsrecht anlegen — Auszahlungen niemals
erlauben — und wenn die Börse es anbietet auf die Server-IP beschränken. Zuerst mit
sandbox: true gegen das Testnet fahren.
Wie der Bot lernt
Die Strategie besteht aus zwei Schichten:
1. Regelwerk (strategy.rules) — erzeugt Kandidaten für Einstiege: EMA-Kreuzung nach
oben mit RSI- und Trendfilter, dazu Rücksetzer-Einstiege bei überverkauftem RSI im
Aufwärtstrend. Ausstiege über EMA-Kreuzung nach unten oder nachlassendes Momentum, dazu
immer ATR-basierter Stop und Kursziel.
2. Lernmodell (strategy.learner) — eine online trainierte logistische Regression über
18 skalenfreie Merkmale (EMA-Abstände, RSI und dessen Steigung, MACD-Histogramm, ATR in
Prozent, Volatilitätsverhältnis, Momentum, Donchian-Lage, Volumen-z-Score, Kerzenform,
Tageszeit). Sie schätzt für jeden Kandidaten die Gewinnwahrscheinlichkeit und lässt nur
Signale oberhalb von entry_threshold durch.
Trainiert wird aus drei Quellen:
| Quelle | Gewicht | Wofür |
|---|---|---|
| Reale Trade-Ergebnisse | 3,0 | Das eigentliche Ziel: hat sich der Trade gelohnt? |
| Signal-Shadow-Labels | 1,0 | Jeder Kandidat wird nachträglich bewertet — auch abgelehnte |
| Hintergrund-Stichproben | 0,5 | Regelmäßige Marktzustände, damit genug Daten zusammenkommen |
Gelabelt wird nach der Triple-Barrier-Methode: Ein Signal gilt als Treffer, wenn der Kurs
innerhalb von label_horizon_bars das Ziel (label_target_bps) erreicht, ohne vorher um
denselben Betrag zu fallen. Läuft das Fenster ohne Berührung ab, entscheidet der Schlusskurs.
Zwei Details sind dabei wichtig:
- Off-Policy-Lernen — auch abgelehnte Signale werden gelabelt. Der Bot lernt also aus Trades, die er nicht gemacht hat, und kann eine zu strenge Schwelle selbst korrigieren.
- Exploration —
exploration_rate(Standard 5 %) handelt gelegentlich bewusst gegen das Modell. Ohne das würde es seine eigenen Vorurteile nie widerlegen.
Kaltstart. Ein frisches Modell würde bei 5-Minuten-Kerzen Tage brauchen, um die
Aufwärmphase zu durchlaufen. Deshalb lernt der Bot beim ersten Start automatisch aus
bootstrap_bars historischen Kerzen vor — in der Praxis rund 3 Sekunden statt einer Woche:
Modell ist untrainiert – lerne aus bis zu 3000 historischen Kerzen vor …
Vorlernen abgeschlossen: 662 neue Beobachtungen (gesamt 662), Modell einsatzbereit
Nachtrainieren lässt sich jederzeit — per Knopf im Dashboard oder über
trademind backtest --save-model, siehe Training aus dem Dashboard anstoßen.
Solange das Modell nicht warm ist (warmup_samples), entscheidet allein das Regelwerk.
Die Qualität lässt sich im Status unter strategy.learner.online_accuracy verfolgen — das ist
eine prequentielle Messung: erst vorhersagen, dann lernen, also keine Selbstbewertung auf
bereits gesehenen Daten.
Im Live-Modus lässt sich das Weiterlernen mit freeze_in_live: true einfrieren, wenn ein
im Paper-Betrieb gereiftes Modell unverändert bleiben soll.
Risikomanagement
Vor jeder Order greifen mehrere unabhängige Grenzen:
max_position_pct— Anteil der Equity je Positionmax_total_exposure_pct— Summe aller Positionenmax_open_positions— parallele Positionen- ATR-basierter Stop-Loss und Take-Profit, optional nachziehender Stop
cooldown_bars_after_exit— Pause pro Symbol nach einem Ausstiegmin_notionalsowie die Mindestgrößen und Rundungsschritte der Börse
Dazu zwei Notbremsen:
max_daily_loss_pct— Handel pausiert bis zum nächsten UTC-Tag.max_drawdown_pct— dauerhafter Stopp bis zum Neustart; offene Positionen werden geschlossen.
Ausstiege werden nie durch die Liquiditätsgrenze gedrosselt: Das Risikomanagement muss jederzeit vollständig aus einer Position herauskommen.
Simulation
Der Paper-Broker bildet die Kosten nach, an denen Strategien in der Praxis scheitern:
paper:
fee_rate: 0.001 # 0,1 % je Seite
slippage_bps: 5 # Ausführung 5 bps schlechter als der Referenzkurs
max_volume_participation: 0.1 # höchstens 10 % des Kerzenvolumens
Zusätzlich werden Mengen auf die Präzision der Börse abgerundet, Käufe auf das verfügbare Guthaben begrenzt und Verkäufe auf den tatsächlichen Bestand. Ein Round-Trip ohne Kursbewegung kostet damit realistisch ~0,3 %.
Kommandos
trademind run --config config/config.yaml # Dauerbetrieb (paper oder live)
trademind backtest --config config/config.yaml # historischer Durchlauf
trademind validate --config config/config.yaml # Konfiguration + Börsenverbindung prüfen
trademind report --config config/config.yaml # Ergebnisse aus der Datenbank
trademind exchanges --search kraken # verfügbare Börsen
Im Container davor podman exec -it trademind setzen, z. B.:
podman exec -it trademind trademind report --config /config/config.yaml
Backtest
trademind backtest -c config/config.yaml --bars 20000 --fresh-model --save-model --out-dir out/
trademind backtest -c config/config.yaml --start 2025-01-01T00:00:00Z --end 2025-06-30T23:59:59Z
trademind backtest -c config/config.yaml --csv-dir data/csv --json
| Option | Wirkung |
|---|---|
--fresh-model |
untrainiertes Modell — sonst wird auf dem gespeicherten aufgesetzt |
--save-model |
Ergebnis nach learner.model_path schreiben (Vortraining) |
--out-dir |
trades.csv, equity.csv und report.json ablegen |
--csv-dir |
eigene OHLCV-Daten statt Börsenabruf |
--seed |
reproduzierbare Läufe (Exploration ist zufällig) |
CSV-Format: timestamp,open,high,low,close,volume, eine Datei je Symbol
(BTC_USDT.csv). Der Zeitstempel darf in Sekunden, Millisekunden oder ISO-8601 stehen.
Der Backtest ist ein Walk-Forward-Lauf: Das Modell trainiert währenddessen ganz normal weiter, es gibt also keine getrennte Trainings- und Testphase.
Ein Beispiellauf über 20 Tage BTC/USDT und ETH/USDT (5m, frisches Modell):
Endkapital 9818.92 USDT Trades 29 (4/25)
Gesamtrendite -1.81 % Trefferquote 13.8 %
Max. Drawdown 2.23 % Profit-Faktor 0.17
Buy & Hold BTC +23.81 % Gebühren 114.84 USDT
Genau dafür ist der Backtest da: Die Standardparameter schlagen in einem starken Aufwärtstrend kein Buy & Hold, und der Bot sagt das offen. Kürzere Zeiträume, andere Timeframes und Parameter gehören ausprobiert, bevor auch nur ein Paper-Euro fließt.
Monitoring
| Endpunkt | Inhalt |
|---|---|
/ |
Dashboard: Equity, Positionen, Trades, Modellzustand, Training |
/health |
Liveness — nutzt der Container-Healthcheck |
/ready |
Readiness (503, solange der Bot nicht sauber läuft) |
/status |
vollständiger Zustand als JSON |
/positions |
offene Positionen |
/trades |
letzte Trades (?limit=100) |
/metrics |
Prometheus-Textformat |
curl -s localhost:8080/status | jq '.portfolio, .strategy.learner'
curl -s localhost:8080/metrics | grep trademind_portfolio
Optionale Benachrichtigungen über notifications.webhook_url — ein Payload bedient sowohl
Slack als auch Discord.
Handel und Training aus dem Dashboard steuern
Automatisierter Handel
Der Abschnitt Automatisierter Handel zeigt den Zustand und schaltet ihn um — in beiden
Modi, simuliert wie echt. Standardmäßig startet der Bot handelnd (trading.autostart: true);
mit autostart: false sammelt er zunächst nur Daten und wartet auf die Freigabe.
Pausiert bedeutet nur: keine neuen Einstiege. Alles andere läuft weiter:
| Auch pausiert | Pausiert ausgesetzt |
|---|---|
| Marktdaten werden abgerufen | Neue Positionen eröffnen |
| Signale werden ausgewertet und gelabelt | |
| Das Modell trainiert weiter | |
| Offene Positionen bleiben unter Stop-/Ziel-Überwachung |
Der Bot lernt also durchgehend weiter, auch wenn er nicht handelt. Auf identischen Daten:
Handel aktiv Trades=9 Beobachtungen=99 Shadow=90 Trade-Labels=9 nur-gelernte Signale=0
Handel pausiert Trades=0 Beobachtungen=90 Shadow=90 Trade-Labels=0 nur-gelernte Signale=9
Der Unterschied sind genau die neun Trade-Labels, die ohne Handel nicht entstehen können — die Shadow-Labels aus dem Marktgeschehen laufen unverändert weiter.
Live-Modus. Das Starten verlangt zusätzlich die Bestätigung
START_LIVE_TRADING(das Dashboard fragt sie ab, per HTTP als"confirm"im Body). Pausieren geht immer ohne Bestätigung — im Zweifel muss man schnell anhalten können. Abschalten lässt sich die Rückfrage mittrading.require_confirmation_for_live: false.Die Kombination Live-Modus + Port nicht nur lokal + kein
control_tokenwird nicht bedient: Der Bot schaltet die Steuerung dann beim Start ab und sagt das im Log. Sonst könnte jeder im Netz echten Handel starten. Mit Token oder auf127.0.0.1steht sie wieder zur Verfügung.
Training
Im Abschnitt Training stehen zwei Bedienelemente:
Historisch nachtrainieren. Anzahl Kerzen wählen (500 – 50 000 je Symbol), Knopf drücken. Der Bot lädt die Historie, läuft sie mit derselben Logik wie ein Backtest durch — ohne zu handeln — und speichert das Modell danach. Der Fortschritt erscheint direkt darunter:
Fertig in 4.3s: +1099 Beobachtungen (gesamt 1753), Modell einsatzbereit, gespeichert
Ein zweiter Start wird abgelehnt, solange einer läuft. Handelsdurchlauf und Nachtraining schließen sich gegenseitig aus, der Live-Betrieb pausiert also für die paar Sekunden. Die Labels des laufenden Betriebs bleiben davon unberührt.
Kontinuierliches Lernen. Schaltet das Online-Lernen im laufenden Betrieb an und aus. Ausgeschaltet handelt der Bot weiter, verändert das Modell aber nicht mehr — praktisch, um einen erreichten Stand einzufrieren, ohne den Bot anzuhalten.
Dieselben Aktionen per HTTP:
curl -X POST localhost:8080/control/train/history -H 'Content-Type: application/json' -H "X-TradeMind-Token: $TOKEN" -d '{"bars": 5000}'
| Endpunkt | Methode | Wirkung |
|---|---|---|
/control/trading |
GET | Zustand des automatisierten Handels |
/control/trading |
POST | {"enabled": true} — Handel starten/pausieren (live zusätzlich "confirm") |
/control/training |
GET | Zustand des letzten/laufenden Trainings |
/control/train/history |
POST | {"bars": 5000} — Nachtraining anstoßen |
/control/train/live |
POST | {"enabled": false} — Lernen ein/aus |
Absicherung. Anders als die lesenden Endpunkte verändern diese den Zustand des Bots. Setze deshalb
server.control_token(bzw.TRADEMIND_CONTROL_TOKEN), sobald der Port nicht nur lokal erreichbar ist — die Steuerbefehle verlangen ihn dann im HeaderX-TradeMind-Token, während/statusund Co. offen bleiben. Ohne Token warnt der Bot beim Start. Komplett abschalten lässt sich die Steuerung mitserver.enable_control: false; die Routen sind dann nicht vorhanden (404).openssl rand -hex 24
Aufbau
src/trademind/
├── cli.py Kommandozeile
├── app.py Zusammenbau aus der Konfiguration
├── config.py Konfigurationsmodell (pydantic) + ${ENV}-Auflösung
├── engine.py Handelsschleife und Bar-Verarbeitung
├── backtest.py Walk-Forward-Durchlauf und Auswertung
├── strategy.py Regelwerk und lernende Strategie
├── learner.py Online-Logistikregression, Replay-Buffer, Persistenz
├── features.py Merkmalsvektoren (vektorisiert)
├── indicators.py EMA, RSI, ATR, MACD, Bollinger, Donchian, ROC
├── risk.py Positionsgröße, Stops, Notbremsen
├── portfolio.py Positionen, Equity, Kennzahlen
├── broker.py Paper- und Live-Ausführung
├── exchange.py ccxt-Client und Börsen-Metadaten
├── data.py Marktdaten: live, CSV, Replay
├── storage.py SQLite-Persistenz
├── server.py HTTP-Status, Metriken, Dashboard
└── notify.py Webhook-Benachrichtigungen
Die Bar-Verarbeitung in engine.process_bar ist für alle drei Modi identisch — ausgetauscht
werden nur Datenquelle und Broker. Was im Backtest passiert, passiert live genauso.
Entwicklung
pip install -e ".[dev]"
pytest -q # 128 Tests
ruff check .
Bekannte Grenzen
- Nur Long, nur Spot. Keine Short-Positionen, keine Hebel, keine Futures.
- Bar-getaktet. Entscheidungen fallen bei Kerzenschluss, nicht tick-genau. Bei
1mist die Latenz zwischen Signal und Ausführung spürbar. - Kein Order-Abgleich im Live-Modus. Der Bot führt seine Positionsbuchhaltung intern; manuelle Trades auf demselben Konto bringen sie durcheinander. Ein eigenes (Sub-)Konto verwenden.
- Lineares Modell. Bewusst so gewählt: nachvollziehbar (
/statuszeigt alle Gewichte), robust bei wenig Daten, kein Overfitting-Zoo. Es findet keine nichtlinearen Muster. - Marktrisiko bleibt. Backtests sagen wenig über die Zukunft, und ein lernender Filter macht aus einer schwachen Strategie keine starke.
Lizenz
MIT